Ohne Navi geht heute nichts mehr

24Mai11

Mit großem Erstaunen habe ich gestern mal, die mir entgegenkommenden Autos angeschaut. In neun von zehn Autos waren mit Saugnäpfen befestigte Navigationsgeräte zu sehen. Das war vor wenigen Jahren aber noch anders. Nur viel fahrende Spezies der Berufsgruppe Handelsvertreter und voll ausgestattete Limousinen waren meist mit einem fest eingebauten Wegfinder ausgestattet.

Heutzutage geht nichts mehr ohne Navigationssystem. Mit dem Eingeben der Adresse und dem blinden Vertrauen auf eine metergenaue Wegfindung geben wir ganz gezielt unsere Fähigkeit der Orientierung ab. Dadurch lassen wir uns zu ferngesteuerten Wesen degradieren die links und rechts der Straße nichts mehr wahrnehmen.

Wissen wir Männer nicht mehr wo Norden, Süden, Westen, Osten liegt, wo oben und unten ist?

Vor wenigen Jahren war die Fähigkeit zur Orientierung noch ein wichtiger Bestandteil des Mobilseins. Die Vorfreude auf die Urlaubsfahrt wurde durch ein intensives Kartenstudium zelebriert. So konnte mancher Kegelfreund und Arbeitskollege einen Beitrag zur Findung der kürzesten und schnellsten Strecke beitragen.

Haben wir uns hoffnungslos verfahren, war das Rechtsranfahren, Scheibe runterdrehen und freundlich nach dem Weg fragen die schnellste und effektivste Art und Weise das Ziel zu finden. Dazu gab es kostenlos noch einen repräsentativen Eindruck über Land und die Leute.

Und so kam mein Freund Oliver am vergangenen Samstag zur Wohnungseinweihung deutlich zu spät: Er musste sein „Navi“ neu programmieren.



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